Home / Goitzsche Klinikum startet Modellprojekt für Senioren
2. März 2026 / 6. März 2026
Neues aus der Tagesklinik für Geriatrie
14 Prozent der Bevölkerung im Landkreis Anhalt-Bitterfeld ist 75 Jahre alt oder älter. Um diesen Bevölkerungsteil besser versorgen zu können, startet das Goitzsche Klinikum gemeinsam mit der AOK Sachsen-Anhalt ein Modellprojekt. Dessen Ziel ist es, ältere Patientinnen und Patienten ambulant besser zu versorgen. Sachsen-Anhalt ist bei der ambulanten Behandlung von Seniorinnen und Senioren nicht gut aufgestellt. Genau dieses Problem gehen das Goitzsche Klinikum und die AOK Sachsen‑Anhalt nun an. In einem landesweit einzigartigen Modellversuch entwickeln sie die Tagesklinik für Geriatrie zu einem ambulant‑geriatrischen Zentrum weiter. Das bedeutet: Hausärztinnen und Hausärzte können AOK‑versicherte Patientinnen und Patienten auch ohne akuten Anlass dorthin überweisen – eine stationäre Aufnahme ist nicht erforderlich. Vor Ort erhalten sie eine individuell auf ihre Gesundheitssituation abgestimmte Behandlung und Betreuung.
Krankenhausaufenthalte vermeiden
„Wir sprechen von älteren Patientinnen und Patienten, bei denen die Erkrankung noch nicht akut ist, die aber im Alltag schon deutlich eingeschränkt sind und bei denen ein stationärer Aufenthalt droht, wenn nichts unternommen wird“, erklärt Dipl.-Med. Roberto Schnabel, Chefarzt der Medizinischen Klinik III am Goitzsche Klinikum. Das Modell nutzt bereits vorhandene Ressourcen, wie Herr Schnabel erklärt: „Unsere Tagesklinik ist hervorragend ausgestattet und auf die Krankheitsbilder eingestellt. Diese Ressourcen nutzen wir, um zusätzlich Patientinnen und Patienten frühzeitig im Umgang mit ihrer Erkrankung zu helfen und einen stationären Aufenthalt zu vermeiden.“ Dazu gehört nicht nur eine individuelle, medizinische Behandlung. Das Angebot umfasst auch Präventionsangebote, Beratungen für Betroffene, Angehörige und Interessierte, Informations- und Schulungsangebote und auch Unterstützung bei der Nachsorge, etwa nach einem Krankenhausaufenthalt. „Selbstverständlich versorgen wir weiterhin akute Fälle stationär, das Mo-dell ist eine Ergänzung zu unserem bisherigen Angebot“, sagt Herr Schnabel.
Netzwerkbildung und sektorenübergreifende Versorgung
Darüber hinaus unterstützt das Zentrum auch die regionalen niedergelassenen Ärzte mit seiner Expertise: Neben ergänzenden Behandlungen gehören dazu auch Diagnostik in Form von Konsultationen oder einer Televisite. Das Modellvorhaben läuft vorerst bis zum 31. Dezember dieses Jahres und gilt im ersten Schritt nur für AOK-Versicherte. Eine Auswertung durch die Friedrich-Schiller-Universität Jena soll danach zeigen, ob das Konzept funktioniert.