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Es besteht ein Behandlungsauftrag für den Landkreis Anhalt-Bitterfeld.
Wir haben damit eine wohnortnahe Behandlungsmöglichkeit für psychisch Erkrankte geschaffen, die sowohl in ihren diagnostischen als auch therapeutischen Möglichkeiten eine rein ambulante Behandlung deutlich übersteigt, aber auch eine vollstationäre Therapie in einer psychiatrischen Klinik nicht in allen Aspekten ersetzen kann.
Die Tagesklinik für Psychiatrie und Psychotherapie wurde 1997 gegründet. Zurzeit verfügt sie über 40 Plätze.
Ein deutlicher Vorteil der Tagesklinik ist, dass die Patienten in ihrer gewohnten sozialen Umgebung verbleiben können.
Die Diagnostik und Therapie finden an fünf Tagen in der Woche von morgens 08:00 Uhr bis nachmittags 15:30 Uhr statt. Die Abende sowie die Sonn- und Feiertage können, anders als in einer vollstationären Behandlung, zu Hause verbracht werden, was in mancherlei Hinsicht (zum Beispiel bei Müttern mit Kindern) von Vorteil sein kann.
Der Tagesablauf ist durch ein vorher abgestimmtes Therapieprogramm strukturiert. Er umfasst verschiedene moderne Therapieformen, bei denen Sie durch ein multiprofessionelles Team angeleitet werden.
Die Tagesklinik befindet sich im Ortsteil Wolfen in der Robert-Koch-Straße 10 | 06766 Bitterfeld-Wolfen.
03494 7999-31
03494 7999-27
Aufgenommen werden können Patienten zwischen dem 18. und 65. Lebensjahr. Nicht geeignet ist unser therapeutisches Angebot für Personen unter 18 Jahren bzw. über 65 Jahren, außerdem für Patienten mit akuten aktuellen Suchterkrankungen, hirnorganischen Psychosen (zum Beispiel Demenz), aber auch psychisch kranke Rechtsbrecher.
Die Behandlung erfolgt unter einem ganzheitlichen Aspekt, bei dem alle Ebenen menschlicher Existenz, wie zum Beispiel biologisch-medizinische, psychische und soziale Ebenen berücksichtigt werden.
Dabei ist die aktive Mitarbeit des Patienten von wesentlicher Bedeutung, um positive Veränderungen im Erleben und Verhalten in Gang zu setzen.
Wir folgen dabei einer multimodalen Konzeption, bei der der Schwerpunkt auf den Gruppentherapien liegt. Die Gruppenarbeit findet in drei therapeutisch unterschiedlich ausgerichteten Gruppen statt. Die Gruppentherapien werden von anderen Therapieformen flankiert, die mit ihren jeweiligen spezifischen Wirkfaktoren den gruppentherapeutischen Prozess stützen.
Um den einzelnen Facetten der Therapie gerecht werden zu können, halten wir ein multiprofessionelles Team vor.
Unsere verhaltenstherapeutische Gruppe zielt vor allem auf die möglichst langfristige Wiedererlangung der Alltagsbewältigungskompetenz ab. Konkret stellen sich dabei zunächst meist Aufgaben der
Dazu arbeiten wir mit unseren Patienten unter anderem an der Strukturierung eines individuell bewältigbaren Alltags, Erweiterung der störungsbedingten eingeschränkten Handlungsspielräume, Ausbau von Selbständigkeit, Verbesserung von Stressbewältigungsstrategien, Verbesserung von Kompetenzen im zwischenmenschlichen Umgang, Identifizierung und Nutzung persönlicher Ressourcen. Um dabei überdauernde Effekte erreichen zu können, ist es unser Ziel, Patienten beim Verstehen ihrer individuellen Störung zu helfen.
Methodisch stützen wir uns dabei neben verhaltenstherapeutischen Tageskonzepten, wie der Verhaltens- und Bedingungsanalyse (basierend auf dem SORCK-Modell von Kanfer und dessen Weiterentwicklung) vor allem auf die Prinzipien der kognitiven Verhaltenstherapie (Beck, Ellis und andere) und der strategischen Kurzzeittherapie (Sulz). Daneben finden Elemente der lösungsorientierten Therapie (de Shazer und Berg) und des Familientherapieansatzes (Satir) Verwendung.
Die psychotherapeutische Arbeit in Gruppe 2 verfolgt einen integrativen verhaltenstherapeu-tisch orientierten Ansatz. Während der mehrwöchigen Behandlung sollen dysfunktionale (schädliche) Bewältigungsstrategien identifiziert und durch neue funktionale Strategien ersetzt werden. Dabei dient die Förderung einer achtsamen Grundhaltung als ein zentraler Baustein und soll gleichzeitig als übergeordneter Rahmen der Therapie wirken. Daneben soll ein Ver-ständnis der individuellen auslösenden und aufrechterhaltenden Faktoren im Sinne eines bi-opsychosozialen Störungsmodells entwickelt werden, um die eigenen Denk- und Verhaltens-weisen dementsprechend zu hinterfragen und neu auszurichten.
Die Gruppe wird in einem teiloffenen Modell geführt, wodurch einerseits eine bedarfsorientierte Therapiedauer ermöglicht werden kann und andererseits auch gezielte gruppendynamische Prozesse (z.B. Mentoring) in die Therapie integriert werden können. Wichtig ist uns die inter-professionelle Zusammenarbeit mit den therapeutischen Kolleginnen und Kollegen aus den Bereichen Ergo- und Kunsttherapie, kommunikative Bewegungstherapie, Sporttherapie und Soziotherapie, auf deren Basis verschiedene Modalitäten des Erlebens und Verhaltens für die Patientin/den Patienten therapeutisch nutzbar werden können.
Bei dieser Gruppe handelt es sich um eine „offene“ Gruppe. Ein laufender, meist auch kurzfristiger Einstieg in die Therapie ist so möglich. Die individuelle Betreuung steht im Mittelpunkt der Therapie, die Patienten bleiben daher über unterschiedlich lange Zeiträume bei uns.
Schwerpunkte sind:
Zahlreiche Einzelgespräche und Zeit für die individuelle Gestaltung unterstützen den Therapieverlauf. Ein gut vorbereiteter Übergang in den persönlichen Alltag ermöglicht die Umsetzung der erarbeiteten Ziele.
Diese Gruppe ist auf die Patientinnen und Patienten ausgerichtet, bei denen die ambulante Versorgung nicht ausreichend ist oder vom Setting schwer umsetzbar wäre. Niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte, ambulante Dienste und benachbarte psychiatrische Institutionen können sich in solchen Fällen direkt an uns wenden. Durch die enge Zusammenarbeit wollen wir die Versorgung im Landkreis Anhalt-Bitterfeld verbessern. Auch die Betroffenen selbst können bei uns Hilfe suchen.
Die Gruppe ist für breites Spektrum psychiatrischen Diagnosen gedacht, vorausgesetzt sind jedoch:
In unserem Setting können wir jedoch keine akuten psychiatrischen Notfälle behandeln.
Ziele der Behandlung sind:
Die Behandlung bei uns soll die ambulante Therapie ergänzen, welche von niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten sowie Psychologinnen und Psychologen eingeleitet und/oder fortgesetzt wird.
Die Anmeldung kann sowohl von den Betroffenen selbst, deren Angehörigen als auch von den medizinischen Einrichtungen erfolgen.
Diese Gruppe ist für Patienten mit Doppeldiagnosen, das heißt Sucht und eine andere psychische Erkrankung, gedacht. Die Abhängigkeit von Suchtmitteln kann sowohl die bestehenden psychischen Erkrankungen begleiten, wie auch selbst die psychischen Probleme auslösen. Oft wissen wir deshalb nicht, welche von den Störungen als Ursache und welche als Auswirkung zu sehen ist. Die Suchtproblematik nimmt stetig zu, die Behandlungsangebote sind jedoch knapp. Oft wird als Voraussetzung für die Therapie eine monatelange Abstinenz erwartet. In dieser Zeit sind die Menschen mit gravierenden psychischen Problemen nicht selten sich selbst überlassen. Genau an diese Personen ist unser Angebot adressiert. Akute Entzugssymptomatik kann sehr gefährlich werden. Wir können deshalb als Tagesklinik keine Entgiftungsbehandlung anbieten. In diesem Zusammenhang setzen wir zusätzlich zu den allgemeinen Behandlungsbedingungen auch folgendes voraus:
Wir widmen uns während der Behandlung von Grunderkrankung (ähnlich wie in der Gruppe 4) der psychiatrischen Diagnostik, medikamentöser Behandlung, Psychotherapie und Stabilisierung. Zusätzlich setzen wir uns mit der Suchtthematik auseinander, mit folgenden Zielen:
Die Anmeldung kann sowohl von den Betroffenen selbst als auch von medizinischen Einrichtungen erfolgen.
Die ergotherapeutische Arbeit beruht vorrangig auf zwei verschiedenen Arbeitsansätzen, zum einen der kompetenzzentrierten Methode über das Handwerk (Materialbereich: Peddigrohr, Speckstein, Seidenmaterial, Holz etc.) und zum anderen die ausdruckszentrierte Methode über das Gestalten (Malen, Collagen, Tonarbeiten usw.).
Die handwerkliche Arbeit fördert und verdeutlicht objektbezogen eigene Fähigkeiten und Fertigkeiten, als auch das Arbeitsverhalten. Beim Gestalten mit bildnerischen Mitteln wird ein Raum fürs Spüren, Schauen, Entfalten und Begegnen angeboten, in dem die eigene Gefühlswelt vergegenständlicht werden kann und somit eine Auseinandersetzung mit dieser angeregt wird.
Physiotherapie in der Tagesklinik ist in drei Therapiebereichen vertreten. Dazu gehören Sport und Bewegung, kommunikative Bewegungstherapie und Entspannung: Sport und Bewegung bestehen aus unterschiedlichen Angeboten (Rückenschule, Gymnastik, Sportspiele, Walking und vieles mehr). Ziel ist es, die Gruppen gemeinschaftlich zu aktivieren, vertraute und bekannte oder auch neue Erfahrungen für sich zu machen, wodurch die eigene Leistungsfähigkeit als auch das Selbstvertrauen gefördert wird.
Auf ärztliche Anweisung finden auch Einzeltherapien statt.
Die kommunikative Bewegungstherapie mit ihrem tiefenpsychologisch orientierten Ansatz ergänzt die Gruppen- und Einzelgespräche. Hier werden den Patienten Handlungserfahrungen vermittelt, die im Hier und Jetzt bewusst reflektiert werden.
Die Entspannungstherapie konzentriert sich in der Tagesklinik gezielt auf die progressive Muskelrelaxation nach Jacobson.
Soziotherapie hat die aktuelle Alltags- und Lebenssituation des Patienten, die häufig durch die Erkrankung verändert ist, im Fokus.
Über Information, Beratung, Strukturierung, Orientierung und Begleitung sowie über einen familientherapeutischen Ansatz soll den Patienten in personenzentrierten und ressourcenorientierten Gesprächen die eigenverantwortliche und selbständige Bewältigung seiner individuellen familiären, beruflichen und/oder sozialrechtlichen Angelegenheiten ermöglicht werden.
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
Facharzt für Neurologie und Psychiatrie
Psychologin/Bezugstherapeutin der verhaltenstherapeutisch kognitiven Gruppe 1
Psychologe/Bezugstherapeut der verhaltenstherapeutischen Gruppe 2
Sozialpädagogin/Bezugstherapeutin der sozialpsychiatrisch orientierten Gruppe 3 Begleitung der Selbsthilfegruppe
Psychologin/Bezugstherapeutin der psychiatrischen Gruppe 4
Psychologin/Bezugstherapeutin der Gruppe 5
Ergotherapeutin
Leitende Ergotherapeutin, Cotherapeutin der sozialtherapeutisch ausgerichteten Gruppe 3
Physiotherapeutin/Therapeutin für kommunikative Bewegungstherapie
Sozialpädagogin/Cotherapeutin der verhaltenstherapeutisch orientierten Gruppe 1
Gesundheits- und Krankenpflegerin
Gesundheits- und Krankenpfleger
Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegeleitung Station 1
Gesundheits- und Krankenpflegerin, Pflegeleitung Station 2, EEG, Teamleitung Pflege
Pflege/Gruppentherapie
Goitzsche Klinikum Tagesklinik für Psychiatrie und Psychotherapie Robert-Koch-Straße 10 06766 Bitterfeld-Wolfen
tkppw@gzbiwo.de
Montag–Freitag 08:00–16:00 Uhr
03494 7999-11
03494 7999-0
Montag–Freitag 09:00–14:00 Uhr
03494 - 7999-11